Tagung „Mähwert mit Mährwert“ – Kommunikation und Vermarktung der Schafhaltung

Am 12. November 2025 fand an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) die 1. Tagung zur Kommunikation und Vermarktung der Mehrwerte der Schafhaltung unter dem Titel „Mähwert mit Mehrwert“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Projekt reffiSchaf gemeinsam mit Anne Wiedemann von der HNEE, in Kooperation mit Bioland, dem Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg, der Universität Göttingen, der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) sowie Weidewonne.

Ein Tag im Zeichen des Schafs – von Wissenschaft bis Praxis

Über 70 Teilnehmende waren vor Ort – darunter erfreulich viele Praktikerinnen und Praktiker aus der Schafhaltung, was den intensiven Austausch besonders bereicherte.
Nach dem Grußwort des Schirmherrn Axel Vogel, ehemaliger brandenburgischer Landwirtschaftsminister, eröffneten Anne Wiedemann (HNEE) und Elisa Bayer (Universität Göttingen) den theoretischen Teil der Tagung. Sie gaben Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie Konsumentinnen und Konsumenten über Schafhaltung denken und welche Vorstellungen sie mit Produkten vom Schaf verbinden.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: Wie können die ökologischen, kulturellen und sozialen Mehrwerte der Schafhaltung überzeugend und wirksam kommuniziert und die erzeugten Produkte gut vermarktet werden?

Schafhaltung als gesellschaftliche Leistung

Schafe leisten weit mehr als die Produktion von Wolle oder Fleisch. Sie pflegen Kulturlandschaften, fördern die Biodiversität, bewahren Kulturgüter und tragen zu Hochwasserschutz und ästhetischen Landschaften bei. Dennoch werden diese Beiträge häufig übersehen. Ziel der Tagung war es daher, Wege aufzuzeigen, wie Schäferinnen und Schäfer und Vermarkterinnen und Vermarkter diese Geschichten sichtbar machen und an Verbraucherinnen und Verbraucher vermitteln können.

Praxis trifft Theorie – Beispiele, die inspirieren

Im Anschluss an die wissenschaftlichen Impulse präsentierten Referent:innen aus der Praxis ihre Erfahrungen aus der Vermarktung und Kommunikation rund um Schafprodukte:

  • Diana Bachmann (Biohof Bärwolf) und Luca Kloss (Kleine Schäferei Biesenbrow) berichteten über den Fokus Schaffleisch und zeigten, wie regionale Vermarktung und authentisches Storytelling Hand in Hand gehen können.
  • Patricia Sachau (Lykke Sheepfarm) und Ute Luft (vauno & elbwolle) gaben spannende Einblicke in die Vermarktung von Schafwolle – von nachhaltiger Produktion bis zur kreativen Produktgestaltung.
  • Maik Mücke (Weidewonne) stellte den Aufbau einer erfolgreichen Vermarktungsinitiative vor und erläuterte, wie Kampagnenarbeit die Wahrnehmung der Schafhaltung in der Öffentlichkeit stärken kann.

Begleitet wurde die Tagung von einer Produktschau regionaler Erzeugnisse sowie interaktiven Workshops zu den Themen:

  • Wie steht es um die aktuelle Vermarktung von Produkten rund ums Schaf
  • Miteinander Lösungen finden: Einführung in die Kollegiale Beratung in der Praxis
  • Kampagnenarbeit und Aufbau einer Vermarktungsinitiative
  • Einstieg in eine niederschwellige Kommunikation & Vermarktung am Beispiel von Social-Media

Genuss mit Botschaft

Ein besonderes Highlight war die Schafsbratwurst, die im Rahmen des Projekts reffiSchaf entwickelt wurde und am Veranstaltungstag in allen Mensen des Studierendenwerks Ost:Brandenburg angeboten wurde. So konnten Studierende und Mitarbeitende und die Teilnehmenden der Tagung an diesem Tag die Vielfalt nachhaltiger Schafhaltung auch kulinarisch erleben.

Ein gelungener Austausch mit Zukunftsperspektive

Die Tagung „Mähwert mit Mehrwert“ zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Leistungen der Schafhaltung sind – und wie wichtig es ist, diese sichtbar, verständlich und emotional ansprechend zu erzählen. Durch den lebendigen Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Kommunikation wurden neue Impulse gesetzt, um die gesellschaftliche Wertschätzung der Schafhaltung zu stärken. „Die Tagung hat gezeigt, wie groß das Interesse und die Energie in der Branche sind. Wenn wir es schaffen, die Geschichten der Tiere, der alltäglichen Arbeit der Schäferinnen und Schäfer und unserer Kulturlandschaft erlebbar und glaubwürdig zu erzählen, können wir Menschen neu für die Schafhaltung begeistern“, betonte Peter Schmidt (Projektleiter von reffiSchaf, Vorstandsmitglied des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg).

Alle Präsentationen, Ergebnisse und Materialien der Veranstaltung werden auf der Webseite des Projekts https://mehrwert-schaf.info veröffentlicht.