Im Rahmen der Pratikumsarbeit von Tabea Soyk wird untersucht, inwieweit Blindverkostungen von Schaffleisch-Bratwürsten dazu beitragen können, bestehende Einstellungen gegenüber Schaffleisch zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern. Darüber hinaus wird analysiert, welches Potenzial sich aus solchen Verkostungsformaten für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten im Schaffleischmarkt ergibt.
In Deutschland wird Fleisch überwiegend aus Schwein, Rind und Geflügel konsumiert, während Schaffleisch im alltäglichen Ernährungsverhalten eine deutlich geringere Rolle spielt. Zwar besitzt Lammfleisch insbesondere zu Festtagen wie Ostern eine gewisse kulturelle Bedeutung, dennoch ist das Image von Schaffleisch im Allgemeinen eher negativ geprägt. Historisch lässt sich dies unter anderem auf Entwicklungen während der DDR-Zeit zurückführen, in der Schaffleisch überwiegend im Inland vermarktet wurde und dabei häufig von älteren Tieren stammte, deren intensiver Geschmack von vielen Verbraucher:innen als unangenehm wahrgenommen wurde. Diese Wahrnehmung wirkt bis heute nach und beeinflusst sowohl die Nachfrage als auch das Angebot erheblich.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die geringe Nachfrage nach Schaffleisch zu einem eingeschränkten Marktangebot führt, wodurch eine positive Neubewertung zusätzlich erschwert wird. Viele Metzgereien und Verarbeitungsbetriebe sehen daher nur begrenztes wirtschaftliches Potenzial in diesem Fleischsegment. Vor diesem Hintergrund setzt das EU-Förderprojekt „ReffiSchaf“ an, das eine ressourceneffiziente und regionale Schafhaltung fördern möchte.
Die Fragestellung der Arbeit lautet daher: Inwieweit wird eine Blindverkostung von Schaffleisch Bratwürsten als sinnvolle Maßnahme zur Reflexion und Veränderung bestehender Einstellungen gegenüber Schaffleisch wahrgenommen – und welches Potenzial ergibt sich daraus für die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten im Schaffleischmarkt?